Whale Watching auf den Azoren
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Die Gewässer um die Azoren gehören zu den besten Walrevieren der Welt: Über zwanzig Wal- und Delfinarten wurden hier gesichtet – rund ein Drittel aller bekannten Arten. Pottwale leben ganzjährig vor den Inseln, im Frühjahr ziehen die größten Tiere der Erde vorbei. Diese Seite erklärt, wer wann zu sehen ist, wo die Touren starten und woran sich seriöse Anbieter erkennen lassen.
Welche Wale kann man sehen?
Der verlässliche Star ist der Pottwal: Vor den Azoren leben ganzjährig Familienverbände, und die abtauchende Fluke vor der Inselkulisse ist das Bild, das die meisten mit nach Hause nehmen. Dazu kommen Delfine in mehreren Arten – Große Tümmler und Gemeine Delfine das ganze Jahr, die verspielten Fleckendelfine im Sommer. Das Spektakel der Saison sind die durchziehenden Bartenwale im Frühjahr: Finnwale, Seiwale und mit etwas Glück der Blauwal, das größte Tier, das je auf der Erde gelebt hat. Seltener, aber regelmäßig: Grindwale, Rundkopfdelfine und Schnabelwale.
Die Saison im Überblick
| Zeitraum | Was zu erwarten ist |
|---|---|
| März – Juni | Durchzug der Großwale: Blau-, Finn- und Seiwale – die artenreichste Phase des Jahres |
| Juli – September | Pottwale, Große Tümmler und Fleckendelfine bei den stabilsten Ausfahrbedingungen |
| Oktober – Februar | Pottwale und Delfine weiterhin vor Ort; reduziertes, stark wetterabhängiges Angebot |
Die ausführliche Monatslogik steht in der Reisezeit-Übersicht – als Faustregel gilt: Wer gezielt für die Großwale kommt, reist zwischen März und Juni; wer die Waltour als Teil des Sommerurlaubs plant, bekommt von Juli bis September die verlässlichsten Ausfahrten.
Die besten Ausgangspunkte
Das historische Herz des Azoren-Whale-Watchings liegt im Kanal der Zentralgruppe: In Lajes auf Pico fuhren bis in die 1980er die letzten Walfänger Europas – heute dirigieren dieselben Küsten-Ausgucke, die vigias, die Beobachtungsboote zu den Tieren, und die Reviere vor Pico und Faial gelten als die traditionsreichsten. Die praktischste Wahl für die meisten ist São Miguel: Ab Ponta Delgada starten täglich mehrere Touren, die Auswahl an Anbietern und Terminen ist die größte des Archipels. Auch ab Terceira und weiteren Inseln wird gefahren – gute Sichtungschancen bietet der gesamte Archipel, die Wale kennen keine Inselgrenzen.
Anbieterwahl und Ethik
Whale Watching ist auf den Azoren lizenziert und reguliert: Annäherungsdistanzen, Beobachtungszeiten und die Zahl der Boote pro Sichtung sind begrenzt. Gute Anbieter erkennst du daran, dass sie diese Regeln sichtbar leben – und an drei weiteren Merkmalen: Biologen oder ausgebildete Guides an Bord, die einordnen statt nur hinfahren; ehrliche Kommunikation über Sichtungschancen statt Garantieversprechen für bestimmte Arten; und ein Briefing vor der Fahrt, das die Tiere in den Mittelpunkt stellt, nicht das Foto. Üblich ist zudem eine Kulanzregel für den seltenen Fall einer Ausfahrt ganz ohne Sichtung – wie sie aussieht, unterscheidet sich je Anbieter: vorher fragen.
Praktische Tipps
Eine Tour dauert typischerweise um die drei Stunden. An Bord gehören: Windjacke auch im Hochsommer, Sonnenschutz in Meeresqualität, und bei empfindlichem Magen ein rechtzeitig genommenes Mittel gegen Seekrankheit – der Atlantik ist selten glatt. Kameras mit Zoom schlagen das Handy deutlich; noch wichtiger ist der bewusste Moment ohne Bildschirm, wenn die Fluke kommt. Kinder sind auf Katamaranen meist ab Kleinkindalter willkommen, auf Zodiacs gelten Mindestalter – je Anbieter verschieden.