REISEZEIT · NOVEMBER

Azoren im November

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Der November ist der stillste Monat der Azoren: Die letzten Herbstgäste sind abgereist, die Weihnachtsreisenden noch nicht da. Wer jetzt kommt, bekommt die Inseln in ihrer Alltagsversion – mild, zunehmend grün, zu Tiefstpreisen und mit einem Atlantik, der wärmer ist als sein Ruf. Bezahlt wird mit der vollen Wechselhaftigkeit des Atlantikherbstes.

Dampfende Thermalquelle in Furnas vor herbstlich grüner Vegetation
Thermenzeit in Furnas

Wetter im November auf den Azoren

MesswertNovember
Lufttemperatur (max/min)20/14 °C
Wassertemperatur19 °C
Regentage13
Sonnenstunden pro Tag4
Quelle: IPMA, Klimanormalen Ponta Delgada · Stand: Juli 2026

Der November ist wärmer, als seine Position im Kalender vermuten lässt: Tagsüber sind 20 °C normal, und der nachlaufende Atlantik hält mit 19 °C mehr Wärme als im Mai. Gleichzeitig etabliert sich das Wintermuster – regelmäßige Fronten, kräftiger Wind, dazwischen klare milde Tage. Die Landschaft dankt es: Nach dem trockenen Spätsommer kehrt jetzt das satte Grün zurück. Grundlagen: Wetter und Klima.

Baden im November: Mit rund 19 °C ist der Atlantik wärmer als im Mai. Für kurze Bäder an sonnigen Nachmittagen reicht das vielen ohne Neoprenanzug, wer länger schnorcheln will, nimmt einen mit. Verlässlich warm baden kannst du in den Thermen.

Was im November gut geht

Alles, was Wärme von unten oder Flexibilität verträgt: Die Thermalquellen erleben ihre beste Zeit – warmes Wasser, kühle Luft, aufsteigender Dampf und kaum Betrieb. Küstenwanderungen zwischen den Fronten gehören zu den stimmungsvollsten des Jahres, Wasserfälle gewinnen täglich an Kraft, und Hartgesottene baden an sonnigen Tagen noch im 19-Grad-Atlantik. Waltouren fahren nach Seegang – die ganzjährigen Pottwale bleiben in Reichweite. Und nirgends im Jahr sind Unterkünfte und Mietwagen günstiger.

Womit du rechnen musst

Mit dem vollen Winterregelwerk: Boots- und Fährausfälle bei rauer See, pausierende Saisonlinien, Inselhopping fast nur per Inlandsflug, wetterabhängige Bergtouren, kurze Tage. Kleine Anbieter auf den kleinen Inseln machen Winterpause – die Westgruppe ist im November ein Ziel für Selbstversorger-Naturen, nicht für Komfortreisende. Die Grundregel des Winters gilt verschärft: kein Programmpunkt ohne Plan B.

Anfang oder Ende November?

Anfang November trägt noch Reste des Herbstes: Das Meer ist so warm wie im ganzen restlichen Winter nicht mehr, und zwischen den Fronten liegen oft mehrere milde Tage am Stück. Zum Monatsende setzt sich das Wintermuster mit kräftigerem Wind und häufigeren Regenfronten durch, und die Tage werden spürbar kürzer. Der 1. November (Allerheiligen) ist in Portugal Feiertag, einzelne Geschäfte und Ämter haben dann geschlossen. Wenn du die Wahl hast, ist die erste Monatshälfte die bessere.

Welche Insel im November?

Bei der Temperatur unterscheiden sich die Inseln im November kaum, die Tageswerte liegen überall um 19 bis 20 °C. Der Unterschied liegt im Regen und in der Erreichbarkeit: Flores bekommt im November fast doppelt so viel Niederschlag wie Ponta Delgada, und Flüge in die Westgruppe fallen bei Sturm häufiger aus. Faial und Terceira liegen beim Wetter nah an São Miguel. Für eine Novemberreise ist São Miguel die beste Basis: die meisten Verbindungen, die meisten Ausweichziele bei Regen und mit Furnas die schönsten Thermen.

Vergleichswerte: IPMA-Klimanormalen 1991-2020 (Ponta Delgada, Angra do Heroísmo, Horta) und 1981-2010 (Santa Cruz das Flores).

Was du im November einpacken solltest

Die Grundausstattung steht in der Packliste. Für den November kommt es vor allem auf diese Teile an:

  • Wind- und wasserdichte Jacke mit Kapuze, ein Regenschirm hält dem Inselwind nicht stand
  • Fleece oder dünne Daunenjacke für Abende, Höhenlagen und Bootstouren
  • Wasserdichte Wanderschuhe, die Wege sind nach Regen schlammig
  • Dunkle Badesachen für die Thermen und für ein Bad im noch warmen Meer
  • Sonnenbrille und Sonnenschutz für die klaren Tage zwischen den Fronten

Für wen lohnt sich der November?

Der November ist die richtige Wahl für Ruhesuchende, Thermen-Fans und Wiederkehrer, die die Inseln ohne jede Kulisse erleben wollen – zum kleinsten Budget des Jahres. Eher nicht für Erstbesucher und alle, die Licht brauchen: Vier Sonnenstunden im Schnitt sind eine Ansage. Wer die Winterruhe mit einem festlichen Rahmen will, wartet auf den Dezember; wer mehr Licht bei ähnlicher Leere sucht, zielt auf den März.

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