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Was ist das Azorenhoch? Das berühmteste Hoch erklärt

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Kein Wetterphänomen hat im deutschen Fernsehen mehr Auftritte: Seit Jahrzehnten verspricht das Azorenhoch im Wetterbericht Badewetter, Grillabende und Freibadtage – und die wenigsten wissen, was sich hinter dem Namen verbirgt oder wo diese Azoren überhaupt liegen. Zeit für die Ehrenrettung des berühmtesten Hochs Europas: Was es ist, warum es existiert und wieso ausgerechnet seine Heimatinseln nicht dauernd Sonnenschein haben.

Die kurze Antwort

Das Azorenhoch ist ein semi-permanentes Hochdruckgebiet über dem subtropischen Nordatlantik – „semi-permanent", weil es anders als gewöhnliche Hochs nicht kommt und geht, sondern als Dauereinrichtung der Atmosphäre gilt, die lediglich wandert, wächst und schrumpft. Seinen Namen trägt es, weil sein Zentrum häufig in der Region der Azoren liegt. Es ist kein Sonderling, sondern Teil eines Systems: Rund um den Globus liegt auf ähnlicher geografischer Breite ein ganzer Gürtel solcher Subtropenhochs – das Azorenhoch ist schlicht das Exemplar, das Europas Wetter mitschreibt.

Warum es das Azorenhoch gibt

Die Ursache liegt am Äquator. Dort heizt die Sonne die Luft am stärksten, sie steigt auf, kühlt in der Höhe ab und strömt polwärts – bis sie in den Subtropen großräumig wieder absinkt. Absinkende Luft wird komprimiert, erwärmt sich, Wolken lösen sich auf, und am Boden steigt der Druck: fertig ist das Subtropenhoch. Meteorologen nennen diesen gewaltigen Kreislauf die Hadley-Zirkulation, und ihr absteigender Ast über dem Nordatlantik ist – das Azorenhoch. Deshalb verschwindet es nie ganz: Solange die Sonne den Äquator heizt, wird über den Subtropen Luft absinken.

Wie es Europas Wetter macht

Seine Macht verdankt das Hoch einem Partner: dem Islandtief, seinem tiefdruckgeprägten Gegenstück im Norden. Zwischen beiden zieht die atlantische Westwindzone hindurch – die Autobahn, auf der die Regengebiete Richtung Europa reisen. Die Position des Azorenhochs entscheidet über deren Route: Schiebt sich im Sommer ein Keil des Hochs bis nach Mitteleuropa, blockiert er die Tiefs und beschert die stabilen Schönwetterlagen, für die das Hoch im Fernsehen gefeiert wird. Bleibt es klein oder liegt es weit im Südwesten, haben die Tiefs freie Fahrt – dann liest der Wetterbericht denselben Namen als Abwesenheitsnotiz vor. Das Auf und Ab dieses Druck-Duos fassen Meteorologen als Nordatlantische Oszillation zusammen: einer der wichtigsten Taktgeber für Europas Winter und Sommer.

Und auf den Azoren selbst?

Die Pointe der Geschichte: Ausgerechnet die Namensgeber-Inseln genießen keinen Dauerschutz ihres Hochs. Denn das Azorenhoch ist ein Wanderer – sein Zentrum liegt mal westlich, mal südlich, mal genau über dem Archipel, und die Inseln finden sich oft an seinem Rand wieder, wo die Tiefausläufer entlangschrammen. Das Ergebnis ist das berühmte Wechselwetter, das die Seite Wetter und Klima im Detail erklärt. Im Sommer allerdings, wenn das Hoch am kräftigsten und weitesten nach Norden gerückt ist, liegen die Inseln am häufigsten unter seinem Schirm – die verlässlichen Monate Juli und August sind die Zeit, in der das Azorenhoch auch zu Hause hält, was es in Deutschland verspricht.

Häufige Fragen

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